04.09.2008-18.09.2008 OUR TIME TOUR 2008/ Deutschland + Österreich

04.09.2008-18.09.2008
Keine Location
Geschrieben hat das der Dr.Hill

„(…) oh sunny days, where’s the sunshine that used to heat me?“

Ja, die Sonnentage sind leider vorbei, doch unsere OUR TIME TOUR 2008 ist bereits fortgeschritten.

Am 04.09.2008 war unser Tourauftakt in Regensburg. Ich wartete gespannt auf die Ankunft der gesamten Crew, die mit dem Tourbus angerollt kamen…und meine Erwartungen sollten mehr als erfüllt werden. Ein schwarzer Schatten legte sich über die alte Mälzerei – der Location – und der sieben Meter lange und fast drei Meter hohe schwarze Mercedes Sprinter schob sich langsam in die kleine Gasse, die er mit seiner Breite komplett ausfüllte. Geplättet von der Größe, sollte ich total umgehauen werden von der Mediaaustattung dieses Busses. Man glaubt es eben erst wenn man es selbst gesehen hat.
Nachdem der Kofferraum, der wirklich auf den letzten cm2 mit Taschen, Boxen und Gitarren vollgepackt war, ausgeräumt wurde, hat man mit dem Bühnenaufbau begonnen. Dank des super Teams, das hinter uns stand und immer noch steht (obwohl das Stehen immer schwieriger wird), ging alles schnell. Da dieses Mal insgesamt vier Bands in der Alten Mälzerei performt haben, war der Vorrat an Mikrofonen etc. schnell erschöpft und wir standen vor dem ersten Problem unserer Tour. Nach vielen Anrufen und viel Reinstresserei stand die Bühne und der Soundcheck konnte beginnen.
Allmählich füllte sich das Untergeschoss, sodass de Abensberger Skacore Band „The Prosecution“, die uns diese Show supporteten, das Publikum warm machen konnte.
Das hieß es für uns: „what’s the time…..IT IS OUR TIME!!!“ Wir spielten unser Set und es war schön, dass das Publikum unseren kleinen Anweisungen zwischen den Songs gehorchte. Highlight war dabei zum einen „Tick Tick Tock“, bei dem die Menge um einen ausgewählten Zuschauer rennen sollten. (Dieser hatte übrigens Geburtstag, wie er mir danach sagte. Alles Gute nochmals von uns) ..zum anderen unsere Single „where te freaks are at“, bei dem das Publikum zuerst in der Hocke kniend das Einzählen von Roman erwarteten, um danach im Wahn zu springen.
Nach der Show wurde wiederum Tetris gespielt….also im Klartext der Bus eingeräumt…wiederum so, dass nicht mal eine Mücke Platzgehabt hätte. Während einige bei einer Freundin geschlafen haben, war der Rest Gast in meiner kleinen Bude. Ich selbst hatte die Möglichkeit bei meiner Freundin zu schlafen.

Erholt (mehr oder weniger) ging es am nächsten morgen auf Richtung Passau, um viel zu früh and der Tabakfabrik anzukommen. Es ist schon ein Wunder der Technik, dass dieser schwere schwarze Koloss den Berg hochfahren konnte. Wir warteten mal wieder, um letztendlich das Rätsel zu lüften, was sich hinter der Tür mit der Aufschrift „Music Hall“ befand. Nach dem obligatorischen Aufbau der Instrumente, der denke ich nicht jedes Mal ins Detail erklärt werden muss, da er zu lesen genauso langweilig ist, wie das Aufstellen selbst, ging es für uns nur noch um eine Frage: „Was gibt’s zu Essen…und wehe wenn nicht, dann muss die Hütte brennen!“ Oh ja, wir waren hungrig, Und es gibt einfach nichts schlimmeres als einen hungrigen Hünen namens Just zu begegnen. Es wurde uns versichert, dass wir Pizza bekommen und echt froh gaben wir die Bestellung auf. Nach fast drei Stunden Wartezeit wurden wir dann doch skeptisch. Enttäuscht mussten wir bemerken, dass die Bestellung nicht aufgegeben wurde und so taten wir es selbst. Die Pizzen war sehr lecker, sodass man mit gut genährten Magen eine Show rocken konnte.

Danach hatten wir erst einmal zwei Tage frei. (Ja es war schon anstrengend bis jetzt oder?) Jeder hatte also die Möglichkeit, das zu tun, worauf er Lust hatte. In meinem Fall hieß das, dass ich mich an den Moosburger Hbf setzte und mit dem nächsten Zug nach Regensburg gefahren bin, um diese Tage mit meiner Freundin zu verbringen. Was die anderen in dieser Zeit machten, weiß ich nicht, aber ich vermute: ein letztes Mal lange ausschlafen, ergiebig frühstücken, Sachen erledigen und eben auch noch ein paar Minuten mit der/den Liebsten zu verbringen.

Am 08.09.2008 wurde ich aus Regensburg von den anderen abgeholt, um anschließend den Weg Richtung Dresden anzutreten. Während der Fahrt wurden Filme geschaut und X Box 360 (bevorzugt FIFA und Need For Speed) gezockt, oder auch teilweise einfach nur geschlafen, gelesen oder was man eben sonst so tut auf einer 500km langen Strecke. Dresden, speziell die Straße, in der wir unsere Location vorfanden, überraschte mich. Man erwartete irgendwie das Klischee von grauen Plattenbauten, doch war die Gegend um „Katy’s Garage“ bunt mit Graffitis und belebt mit Studenten, die in und aus den zahlreichen Café strömten. Katy’s Garage bot auch allerlei: Einen Club, einen Biergarten, eine Lounge und einen Spielraum, auch eine Spielecke mit Sandkasten für die kleinen Gäste, sowie ein Freilichtkino…..NUR eine Bühne fehlte. Das sollte aber nicht schlimm sein, denn stattdessen bekamen wir einen eigenen kleinen Nebenraum, indem wir alles routiniert aufbauen konnten. Der Idee der ortsansässigen Tonmann zustimmend, drehten wir unsere Boxen um, sodass sie nicht das Publikum direkt bestrahlten, was sich in diesem kleinen Raum sehr gut auswirkte. Wir begannen zu spielen und der Club füllte sich. Wiederum müssen wir den Hut vor diesem Dresdner Publikum ziehen, die sehr schön mit uns interagiert haben. Danke, ihr wart so was von super! Während danach einige sich mit unmengen alkoholischer Mischgetränke den Abend verschönerten, gab ich mir eine Flasche Afri-Cola nach der anderen, sodass ich später wie ein Zappelphillip abging. Danach traten wir eine weitere kleinere Reise in ein winzigen Vorort Dresdens an, um dort in einem schicken Haus eines Freundes zu schlafen.

Am nächsten morgen sollten wir erfahren, was es heißt ,wenn acht Menschen in zwei Stunden duschen müssen. Nicht nur dass das Wasser langsam an Wärme verlor, dank einem leichten Stress un der Morgenfertigkeit hat so ziemlich jeder sein Duschgel vergessen.
Der Weg führte uns einmal quer durch Deutschland: Dresden-Köln. Ein irrer Weg, doch wir kamen nach mehreren Stunden an unserem Hostel an. totmüde marschierten wir noch durch die Gassen auf der Suche nach etwas Nahrhaften, das wir auch fanden.

Nach einer erholsamen Nacht hieß es am 10.09.2008 für uns WDR Rockpalast …Rock’n’Roll Motherfuckers!!!! Jeah, am Underground angekommen, standen die Übertragungswagen des WDR schon bereit. Der Aufnahmeleiter wies uns ein und sagte uns den detaillierten Ablauf. Schnell bemerkten wir, dass diesmal nicht viel Zeit fürs Atmen bleiben würde: Aufschreiben der Songstruktur all unserer Lieder, die wir spielen werden, Abgabe der Setlist, Interview, Bühnenbildckeck, Soundcheck etc. Letztendlich war Showtime und unsere Performance wurde von 5 portablen Kameras und einer Standkamera aufgenommen. Nach der Show hatten wir sofort die Möglichkeit alles zu analysieren, da wir sofort eine DVD ausgehändigt bekommen haben. Nach der Show fuhren wir gleich weiter nach Berlin.

Highlight auf unserer endlosen Fahrt nach Berlin war das nehmen einer Dusche an einem Rasthof. Kurz vor der Hauptstadt, in der Nähe des Wannensees haben wir uns eine Fernfahrerdusche erkauft, um darin den Dreck des Vortages von unseren Körpern zu waschen. Dies war nicht nur für den Geruch im Bus von enormer Wichtigkeit, sondern auch für den Tagesplan. Der bestand nämlich gleich aus zwei Interviews (FAB, TVB) und einem Auftritt im „ Dunckerclub“. Während der Interviews am Neptunbrunnen, durften wir viel über uns erzählen, Fragen beantworten und ungewohnter Weise durch das schön angelegte Rosenbeet trampeln und vooooolll süüüß Rosen pflücken. Was das mit unserer Musik zu tun hat, weiß ich nicht! Während des zweiten Interviews, das Roman und Just hielten, taten unsere wundervolle Crew (Max, Leis und der Buchwald), Ritz und ich das einzig sinnvolle: zum Duncker fahren und schon einmal alles startklar machen. Ja gut, das war der Plan. Die Praxis sah dann so aus, dass wir vor verschlossener Tür standen und warteten. Dennoch standen letztendlich auf 2 qm das schöne orangefarbene Acryl Drumset vom Just und zwei riesen Tower bestehend aus Boxen und Amps, die lediglich durch Spanngurte vor dem Einstürzen bewahrt wurden. Dank eines fantastischen Publikums hatten wir einen solchen Spaß. Es war einfach unfassbar schön mit euch. Auch das Wiedersehen mit Christoph Mangler, der unser Video drehte, und unseren „Freaks“, die uns bei dem eben erwähnten Dreh unterstützen war ein Sahnehäupchen dieses Abends. Während eine Theater-Homo-Trash-Pop-Band spielte/schauspielerte/keine Ahnung was machten, ging ich schlafen und ließ mich von den Basstönen (der Schlafplatz war direkt über dem Clubraum) in den Schlaf HÄMMERN.

Am 12.09.2008 sollten wir von einer Horde schreiender Schulkindergeweckt werden, Was ich nämlich noch nicht erwähnt habe; der Dunckerclub ist gleich neben einem Gymnasium. Nach einer unfassbaren (Roman verglich es mit dem Film SAW) Horrordusche mit einem Gardena-Gartenschlauch in der Mädchentoilette, kämpften wir uns den Weg frei zum Bus. Frühstück gab es diesmal im wundervollen „Wohnzimmer“ ein paar Blocks weiter. Wir schlugen uns die Mägen voll und machten uns auf die Reise nach ZWICKAU. Es ging diesmal allerdings nicht gleich direkt zur Location sondern zu einem Autoverleihcenter. Da nämlich meine Freundin ihren Geburttag diesen Abend feierte, beschloss ich mit einem Leihwagen von Zwickau nach Regensburg zu fahren, da der Bus viel mehr Zeit beanspruchen würde. Etwas enttäuscht stellte mir die Firma nur einen Renault Kangoo zur Verfügung, was meiner Meinung nach kein Auto ist für eine junge Zielgruppe: viel Bein und Kopffreiheit (mehr als MANN braucht) zwei Schiebetüren, damit man auch wirklich einfach einsteigen kann und eine Handbremse, deren Design aus einem Jumbojet übernommen wurde. Nicht schlimm genug, hatte diese Eierschachtel auch noch die Farbe hellblau. Egal, ich hatte einen Wagen, der fährt. Ich fuhr mit unserem Kameramann Buchwald durch Zwickau, um ein paar Aufnahmen von der Stadt zu machen (na ja man könnte auch sagen, dass wir uns verfahren haben und dieses Missgeschick geschickt ausnutzen. Viel zu früh kamen wir am „BPM“ an. Wir drehten einige Folgen „SCAB TV“ und holten Essen bei veeschieden Fastfood-Ketten.
Das Personal des BPM zeigte uns die Räumlichkeiten. Die Halle war sehr schön groß und auch die Bühne erweckte große Erwartungen. Diese sollten allerdings nicht wirklich erfüllt werden, da das Publikum uns eher wie einen Film betrachteten. Hätte nur noch Popcorn gefehlt. Gleich nach dem Auftritt fuhr ich nach Regensburg und genoss die letzten Minuten der Geburtstagsfeier meiner Freundin.

Der 13.09.2008 war ein freier Tag. Wiederum konnte jeder etwas entspannen. Ich habe an diesem Tag das Leihauto zurückgebracht und bin am Abend auf die Dult, um die verpasste Geburtstagsparty nachzuholen.

Am 14.09.2008 ging es dann auf nach München. Im „Werk/ Backstage“ sollten wir im Rahmen des „Free and Easy-Festivals“ mit Pinksnotred und ITCHY POOPZKID die Bühne rocken. Der Aufenthaltsraum und der Cateringraum bot genau das, was wir brauchen! (So sollte es doch immer sein): Platz, Ruhe, schönes Ambiente und ein reichliches Buffet. Ich wollte gerade schon wieder mir die Frage stellen, wie viele Menschen diesen Abend kommen mögen, als die Tore geöffnet wurden und eine wilde Horde Punk begeisterter Fans in die Halle strömte. Unsere Stagetime war dieses Mal sehr früh, da zwischen uns und Pinksnotred eine Politische Diskussion stattfinden sollte. Egal, die, die bei unserem Auftritt anwesend waren hatten einen riesigen Spaß, der sich natürlich auch auf uns übertrug. Man spürte einfach die gute Energie in dieser Halle. München ihr wart ein fantastisches Publikum!!! So schön dieser Abend war, so gab es doch einen traurigen Augenblick für uns, da uns unser fantastische Backliner Max wegen der Schule verlassen musste. Die nächsten Tage sollte uns unser super Fotograf Andreas aka Karl Heftig begleiten, der aber nicht nur verantwortlich für gestochenscharfe Fotos ist, sondern auch Max ersetzt, indem er uns enorm unter die Arme greifen wird.

Nach der erholsamen Übernachtung ging es am folgenden Morgen Richtung Österreich. Genauer gesagt in die schöne Stadt Wien. Wir rockten in einem Club namens „B72“, der seinen Namen daher bekam, dass er sich in im 72. Bogen einer Straßenbahnbrücke befindet. Sehr individuell!! Während einige ein Hostel bevorzugten genossen Ritz und ich den Bus als Schlafplatz. Ich schaute noch bis 4 Uhr „Natural Born Killers“ und schlummerte dann in meinem Schlafsack ein.
Der nächste Tag zog uns nach Mödling, das 20 km entfernt von Wien ist. In der „Mad Stage“ (der Name hält was er verspricht) hatten wir dann eine Menge Spaß!!!
Bei der Jugendherberge angekommen, passierte dann das Unfassbare: Ritz stolpert aus dem Bus und knickt um, fällt umgehend auf den kalten Boden, hält seinen Fuß und schreit vor Schmerz, ist kurz bewusstlos, steht wieder auf, checkt nicht wo er ist, hält sich das Bein, merkt, dass es schmerzt und fällt wieder bewusstlos um. Nachdem er nach 2 Sekunden wieder ansprechbar war, gingen wir aufs Zimmer. Dort wurde entschlossen, ihn in das nächste Klinikum zu fahren. Es wurde ein Bänderriss diagnostiziert. Scheiße!!!!! Sollte das das Ende der Tour sein, wie sollte es weiter gehen???

Ziemlich früh ging es für uns am nächsten Tag, den 17.09.2008, nach Straubing weiter. Im „Tiefenrausch“ angekommen begrüßten wir nach kurzer Wartezeit unsere Freunde von „Hellenback“. Dieses Mal sollte unsere PA das erste Mal zum Einsatz kommen, weshalb der Aufbau auch nicht so routiniert ablief wie sonst. Nach der Performance von Hellenback, hatten wir die Möglichkeit vor einem erlesenen Publikum ein paar andere Songs unseres Albums zu spielen. Danach ging es ziemlich fix nach Hause.

Etwas im Stress machten wir uns auf den Weg nach Bonn, eine Stadt, die uns sehr an Canbarra/Australien erinnerte. Also im Klartext heißt das: Bonn ist eine weitflächige schlecht überschaubare Stadt. Zu unserem Erstaunen navigierte uns unser GPS an einen Hafen. Wir sollten mit einer Fähre den Rhein überqueren. Wir hielten diesen Vorschlag allerdings für suboptimal, sodass wir den längeren Weg in Kauf nahmen. An der „Klangstation“ erwartete uns schon Christina von MP3.de und die anderen Bands. Wieder einmal wurde die Bühne zum brennen gebracht. Auch Ritz hat sich schon ans sitzen-rocken gewöhnt, sodass der Abend ohne weitere Zwischenfälle zu Ende ging. Wir schliefen bei Maik von der andern Band, um erholt am nächsten Morgen nach Frankreich aufzubrechen.

—–Fortsetzung folgt.

Social Bookmarking: These icons link to social bookmarking sites where readers can share and discover new web pages.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MySpace
  • TwitThis

Kategorien: News · Reviews