Sau müde geht es in Richtung Potsdam. Das sind aber nur so 3,5 Stunden die wir da fahren müssen. Ich hab mich, warum weiss ich eigentlich auch nicht – da ich eigentlich schon sehr fertig bin, wieder zum fahren bereit erklärt. Diesmal sitzt der Ritz neben mir, der allerdings, dank ca. 33 Vodka-O, nach gefühlten 2 Minuten einpennt. Immerhin gib es diesmal keinen Schneesturm auf den Strassen. Die Fahrt ist ziemlich langweilig und leise, warum leise? – Alle pennen!
Potsdam ist eigentlich eine sehr schöne Stadt, ehrlich gesagt war ich da erst einmal, das ist lange her und war mit der Schule. Dann weiss ich noch, das Günther Jauch hier irgendwo wohnen soll. Wir fahren zum Hotel, was allerdings dann gleich mal die Stimmung ein wenig trübt. Das „Hotel“ ist eine Jugendherberge, die den Eindruck macht, seit Jahren geschlossen zu sein. Also wird entschieden, gleich zur Location zu fahren und sich einen neuen Plan für heute Nacht zu überlegen.
Die Location. Also vom Waschhaus in Potsdam hab ich schon viel gehört, da war doch irgendwie jede Band schon. Es gibt einen kleineren Konzert Saal und eine riesen Halle. Wo spielen wir? Juhu, wir spielen in der fetten Halle mit der „Monster“ Bühne.
Der Tagesablauf ist mal wieder „gleicher als gleich“ wie jeder, wenn man auf Tour ist. Na ja ein kleiner Unterschied ist da, heute bekommt jeder (auch wir), der will, eine Massage. Was ja eigentlich ganz fein ist, leider soll diese in unserem Backstageraum stattfinden, was wiederum heisst, wir dürfen den erst ab 19:00 betreten. Ok halb so wild, es gibt ja noch das Catering. So ein Catering Raum ist auf einer Tour „der“ Treffpunkt schlechthin. Hier gibt es nonstop so viel zu essen und trinken wie man will, ausserdem jede Menge Small Talk. Von wegen: „Was war denn gestern los,“ – „Weißt du noch gestern, die eine mit den…“ usw.
Relativ pünktlich sind wir dann auch mit unserem Soundcheck dran. Der Kraist kann es kaum fassen, auf dieser fetten Anlage die Regler zu drehen. So checken wir ganze 2 Stunden den Sound, was übrigens fast 3 mal so lang ist wie unser Set. Irgendwann stimmt dann alles und der Kraist ist auch mit sich zufrieden.
Leider haben wir so lang gecheckt, das die nette Dame, die mich doch massieren wollte, schon abgehauen ist. Fuck! Diesen Frust muss ich erst einmal mit 2 Bieren und vielen Spätzlen runter spülen.
Um 21:00 sind wir an der Reihe, die Halle ist halb gefüllt, was cool ist, wenn man bedenkt das da wohl ca 1700 reinpassen. Die haben in der Mitte so einen Vorhang runter gehängt. Ganz voll bekommen diese Halle wohl nicht allzu viele. Der Haustechniker meinte, das liegt wohl auch daran, dass eben Berlin ganz in der Nähe ist. Noch dazu fahren heute weder Züge noch S/U Bahnen. Na toll, was soll das bitte?
Uns ist das egal, wir spielen wohl das beste Konzert der Tour. Die Leute sind wirklich heiss auf Sound und wir heiss auf sie! Diesmal ist hinter der Bühne auch noch so viel Platz, dass wir alles einfach nur schnell runter stellen müssen. Nach dem Konzert geht es schnell in Richtung Merchstand, der leider ausserhalb des Saales ist. Die Happy rocken wie immer fett, das ist ja quasi ein halbes Heimspiel, da die hälfte irgendwie aus Berlin kommt. Oder dann ein drittel Heimspiel, weil wir ja in Potsdam sind. Der Kraist und Ich haben sogar beim berühmten „Vodka trinken vor dem Konzert“ von den Happies mitgemacht. Was zu Folge hatte, das wir jetzt noch mehr Lust auf Schnaps hatten.
Ach ja, da war ja noch was. Wir hatten immer noch kein Hotel. Irgendwann zwischen Soundcheck und Konzert wurde beschlossen, dass wir heute Nacht noch bis nach Mannheim fahren und uns da eines nehmen. Ok, wegen mir kein Problem. Also verabscheiden wir uns von allen und fahren los. Ich glaub ich bin noch vor der Autobahn eingepennt. Wie es weiter geht folgt!






31.10.08
Potsdam, Waschhaus

























